IGeL – Individuelle Gesundheitsleistungen

 

IGeL sind Leistungen, die aus ärztlicher und medizinischer Sicht empfehlenswert sind, die jedoch aktuell nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen berücksichtigt wurden. Am häufigsten stehen individuelle Gesundheitsleistungen für spezielle Vorsorgeleistungen, die Sie darin unterstützen, Ihre Gesundheit zu erhalten. In unserer Praxis bieten wir Ihnen folgende IGeL-Leistungen an:

1. Messung der Intima-Media-Dicke (intima-media-thickness = IMT)

Die Schlagadern des Halses, die den Kopf mit Blut versorgen, sind durch unsere hochauflösenden Ultraschallgeräte sehr präzise in der Wandbeschaffenheit beurteilbar. Die Wand einer Arterie besteht aus drei Schichten, der Innenschicht (Intima), der Muskelschicht in der Mitte (Media) und einer bindegewebigen Ummantelung (Adventitia). Die Dicke der Intima und Media lässt sich durch hochpräzise Ultraschalluntersuchungen sehr exakt messen.

In Abhängigkeit des Alters haben große Untersuchungen an vielen tausend Menschen Normwerte für die sogenannte Intima-Media-Dicke, englisch intima-media-thickness (IMT) ergeben. Eine Abweichung der IMT nach oben weist auf eine Veränderung meist durch eine Atherosklerose hin, die ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt anzeigt. Entscheidend ist, dass eine Atherosklerose möglichst früh erkannt wird. Dann sind Schäden noch reparabel, und das Risiko einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden, verringert sich deutlich. Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb vor allem für Risikopatienten wichtig. In unserer Praxis erhalten Sie eine genaue Diagnose über den Zustand Ihrer hirnversorgenden Arterien, ein persönliches Risikoprofil und entsprechende Behandlungsvorschläge.

Wann ist eine IMT-Messung zu empfehlen?

Eine IMT-Messung ist bei Patienten mit einem oder mehreren der folgenden Risikofaktoren zu empfehlen:

  • Bluthochdruck
  • Rauchen
  • Zuckerkrankheit (Diabetes)
  • Erhöhtes LDL-Cholesterin
  • Niedriges HDL-Cholesterin
  • Starkes Übergewicht
  • Hohe psychosoziale Anspannung („Stress“)
  • Auftreten eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls bei Vater/Bruder in einem Alter < 55 Jahre, Mutter/Schwester < 65 Jahre.

 

2. Messung des Knöchel-Arm-Index (ankle-brachial-index = ABI)

Die Atherosklerose führt nicht nur zur Verengung der Halsschlagadern oder Schlagadern des Herzens (Herzkranzarterien), sondern sehr häufig auch zu Verengungen der Schlagadern der Beine (Beinarterien). Die Erkrankung der Beinarterien wird periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) genannt und typischerweise als „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet. Viele Betroffene wissen aber nicht, dass ihre Arterien krank sind. In vielen Fällen sind die Arterien zwar schon geschädigt, verursachen aber noch keine Schmerzen. Dadurch bleibt die Krankheit lange unentdeckt. Später treten Schmerzen insbesondere beim Gehen auf. Eine frühzeitige Diagnose würde aber helfen, Komplikationen wie Gefäßverschlüsse, Herzinfarkt oder Schlaganfall zu vermeiden.

In unserer Praxis wird der Blutdruck an beiden Fußknöcheln und an beiden Armen im Rahmen einer einfachen und rasch durchführbaren Doppler-Ultraschalluntersuchung gemessen. Zur Berechnung des ABI-Quotienten werden für jedes Bein der gemessene Blutdruck am Knöchel durch den gemessenen Blutdruckwert an den Armen geteilt. Ist der Blutdruck am Knöchel durch Engstellen in den Beinarterien deutlich erniedrigt, ist der ABI-Quotient für das Bein ebenfalls deutlich erniedrigt. Untersuchungen an tausenden Menschen haben Normalwerte für den ABI-Quotienten ergeben. Weicht der ABI-Quotient für ein Bein oder beide Beine nach unten ab, sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung der Beinarterien, die den Blutfluss in den Beinarterien direkt untersucht, durchgeführt werden. Bei einer deutlichen Abweichung des ABI nach unten ist eine pAVK schon fast nachgewiesen.

Wann ist eine ABI-Messung zu empfehlen?

Eine ABI-Messung ist bei Patienten mit einem oder mehreren der folgenden Faktoren zu empfehlen:

  • Bluthochdruck
  • Rauchen
  • Zuckerkrankheit (Diabetes)
  • Erhöhtes LDL-Cholesterin
  • Niedriges HDL-Cholesterin
  • Starkes Übergewicht
  • Hohe psychosoziale Anspannung („Stress“)
  • Auftreten eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls bei Vater/Bruder in einem Alter < 55 Jahre, Mutter/Schwester < 65 Jahre.

 

3. Rhythmusuntersuchung durch einen Ereignisrecorder

Herzrhythmusstörungen können das Befinden empfindlich stören und sehr beunruhigen. Herzrhythmusstörungen können als gehäufte „Extraschläge“, als „Aussetzer“, als „Herzrasen“ empfunden werden und mit Beschwerden wie Schwindel, Luftnot, Druck in der Brust, Herzklopfen einhergehen und sogar zur Bewusstlosigkeit führen.

Üblicherweise wird bei dem Verdacht auf eine Herzrhythmusstörung ein Langzeit-EKG über 24 Stunden durchgeführt. Viele Herzrhythmusstörungen treten jedoch nicht jeden Tag, sondern vielleicht nur einmal in der Woche oder einmal im Monat auf. In dem Fall ist ein Langzeit-EKG oft unauffällig und führt nicht zu der Diagnose der Herzrhythmusstörung. In diesem Fall einer vermuteten Herzrhythmusstörung, die nur selten auftritt, kann die Diagnose häufig durch einen sogenannten Ereignisrecorder (Eventrecorder) gestellt werden. Der Ereignisrecorder ist ein kleines Speichergerät, das im Fall einer Episode der beklagten Herzrhythmusstörung über zwei Elektroden mit der Haut am Brustkorb verbunden wird und durch Knopfdruck den Herzrhythmus für eine Minute vor dem Knopfdruck bis eine Minute nach dem Knopfdruck speichert. Es können mehrere Episoden gespeichert werden. Die gespeicherten Episoden werden durch uns in der Praxis analysiert. Wir geben einen Ereignisrecorder üblicherweise für 4 Wochen aus.

Wann ist eine Rhythmusuntersuchung durch einen Ereignisrecorder zu empfehlen?

Eine Rhythmusuntersuchung durch einen Ereignisrecorder ist bei folgenden Beschwerden, die ca. 1 x/Woche bis 1 x/Monat auftreten, zu empfehlen:

  • Plötzlich auftretendes Herzrasen, das mindestens einige Minuten anhält
  • Plötzlich auftretender Schwindel, der mindestens einige Minuten anhält
  • Spürbarer unregelmäßiger Herzschlag, mindestens über einige Minuten

06155 84883-0
06155 84883-29
ÖFFNUNGSZEITEN
MO - DO 07:00 - 19:00 Uhr
FREITAG 07:00 - 14:00 Uhr

KARDIOLOGISCHE PRAXIS

Dr. med. Sven Tauchert
Prof. Dr. med. Ascan Warnholtz

Fachärzte für Innere Medizin
Kardiologie

Hans-Karl-Platz Am Markt 9
64347 Griesheim